Modul 1: Begrüßung

1. Begrüßung

Hinweis der Autor*innen: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in den folgenden drei Modulen auf die gendergerechte Schreibweise verzichtet und nur die männliche Sprachform bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen verwendet. Selbstverständlich sind alle anderen Geschlechter gleichermaßen gemeint.

1.1. sich vorstellen

Vokabeln: HALLO, MEIN, DEIN, WAS, GEBÄRDENNAME

Deutsch: Hallo, mein Name ist Paula.

DGS: HALLO, MEIN NAME (Gebärdenname). (Fingeralphabet) P-A-U-L-A.

 

Deutsch: Wie lautet dein Name?

DGS: DEIN NAME WAS?

 

1.2. Zu wem gehört der Name?

Weitere Vokabeln: WER, ICH, DU

Lehrer zeigt mit dem Zeigefinger auf einen der an der Tafel geschriebenen Namen und fragt, wer es ist.

DGS: INDEX-irgendein Name an der Tafel WER?

 

Lehrer zeigt mit dem Zeigefinger auf einen der Namen an der Tafel und fragt, ob dieser einem Teilnehmer gehört.

DGS: INDEX-irgendein Name an der Tafel  DEIN NAME?

 

1.3. Hörstatus

Weitere Vokabeln: HÖREND, GEHÖRLOS, SCHWERHÖRIG, SPÄT ERTAUBT, IHR

Deutsch: Ich höre nicht, ich bin gehörlos. Seid ihr gehörlos?

DGS:  ICH HÖREN NICHT, ICH GEHÖRLOS. IHR GEHÖRLOS (IHR)?

Teilnehmer bestätigt oder verneint.

 

2. Fingeralphabet

 

Weitere Vokabeln: FINGERALPHABET, BITTE, NOCHMALS, LANGSAM, VERSTEHEN, OK, TSCHÜSS

2.2. Dialogübung

Dialogmuster

A/B: begrüßen sich.

A: buchstabiert seinen Namen und fragt B nach dem Namen.

B: versteht den Namen nicht und bittet A nochmal langsam zu buchstabieren.

A: sagt ok und wiederholt.

B: bedankt sich und wiederholt den Namen ebenfalls.

A/B: verabschieden sich.

 

Dialogbeispiel

A/B:  HALLO / HALLO

A:  MEIN NAME P-E-T-E-R, DEIN NAME WAS?

B:  ICH VERSTEHEN (verneint), BITTE NOCHMAL LANGSAM FINGERALPHABET

A:  O-K, P-E-T-E-R

B:  DANKE, MEIN NAME P-E-T-R-A

A/B: TSCHÜSS

 

3. Form – Übung

Theorie: Was ist der Unterschied zwischen Gesten und Gebärden?

Als Gesten versteht man die Bewegungen der Arme, der Hände und des Kopfes, die einen wichtigen Bestandteil der nonverbalen Kommunikation darstellen. Ist gibt eine Vielzahl von Gesten, die in der zwischenmenschlichen Kommunikation verwendet werden. Sie unterscheiden sich je nach Kulturkreis, sozialer Herkunft und dem situativen Kontext.

Im Gegensatz zur Gebärdensprache bilden sie jedoch kein komplexes sprachliches System mit einer eigenen Grammatik und der Möglichkeit, sich differenziert zu abstrakten Inhalten auszudrücken.

3.1. Praktische Übung

weitere Vokabeln: ÜBUNG, SPIEGELN, ANDERS, GLEICH, JA, NEIN

 

3.2. Übung mit spiegelgleichen und spiegelverkehrten Form

Der Lehrer zeichnet zum Einstieg unterschiedliche Formen in den Gebärdenraum, während ihm die Teilnehmer in einem Halbkreis gegenüberstehen und nachahmen, was er vormacht. Nach ein paar Beispielen wird den Teilnehmern Gelegenheit gegeben, sich in 2er- Gruppen zu probieren. Der Lehrer kann sich einschalten, wenn die Ausführungen nicht korrekt sind.

Formbeschreibung der Grundlinie (Fläche) und des Körpers (Volumen)

Formbeschreibung der Grundlinie (Fläche, 2D):

 

Formbeschreibung der Körper (Volumen, 3D):

 

4. Frage nach dem Befinden oder „Wie geht´s Dir?“

Zunächst werden die Begriffe im Zusammenhang mit dem Befinden eingeführt: GUT, EINIGERMASSEN, SCHLECHT, NICHT-WOHL, BESSER, WIE-IMMER, OK, KRANK, ÜBEL, ERKÄLTET, HUSTEN, SCHNUPFEN, …

Deutsch: Wie geht’s dir?

DGS:    BEFINDEN-GUT?

WIE-GEHT’S?

 

 

5. Beschreibung der Unterschiede zwischen LBG und DGS

Zunächst werden einige Beispielsätze in LBG (Lautsprachbegleitende Gebärden) und DGS (Deutsche Gebärdensprache) gezeigt.

6. Einführung in die Mimik

Es folgt ein kurzer theoretischer Teil zum Thema Mimik und ihrem Stellenwert in der Deutschen Gebärdensprache sowie dem Unterschied zwischen dem Mundbild und der Mundgestik.

6.1. Praktische Übung:

  • Grimassen – Übung
    Der Lehrer zeigt zur Auflockerung unterschiedliche Grimassen und die Teilnehmer sollen diese nachmachen. Danach wird in 2er-Gruppen geübt.
  • Mimik als Ausdruck von Gefühlen
    Der Lehrer verteilt einzelne Zettel an die Teilnehmer*innen, auf denen Gefühle (z.B. glücklich sein, fröhlich sein, traurig sein, böse sein, enttäuscht sein, usw.) stehen. Die Teilnehmer sollen diese mimisch darstellen.

6.2. Mimik als grammatikalisches Element (Parameter)

weitere Vokabeln: NETT, NICHT-NETT, FRAGEN, ÜBERRASCHUNG, ZWEIFEL, BEFEHL

 

6.3. Übung: Andwendung der Mimik als grammatikalisches Element

Deutsch: Verstehst du?

DGS: DU VERSTEHEN (DU)?

 

Deutsch: Bist du gehörlos?

DGS: DU GEHÖRLOS (DU)?

 

Deutsch: Wer bist du?

DGS: DU WER (DU)?

 

6.4. Einführung in das Mundbild und die Mundgestik

Was ist der Unterschied zwischen Mundbild und Mundgestik?

  • Mundbild: Lexikalische Begriffe, Adjektive, Namen, Zahlen
  • Mundgestik: Produktive Begriffe, Formbeschreibung, Adjektive, Verben, idiomatischeBegriffe (z.B. KEINE AHNUNG -> F-Hand an Stirn)

 

 

7. Übung

7.1. Fingeralphabet

Achtung: Häufige Verwechselung bei A-S-E, D-F, G-H, K-P

 

 

7.2. Spiele

  • Welcher Name wird buchstabiert?

 

  • Fingeralphabet-Spiel

Das Spiel geht wie folgt: zwei oder mehr Spieler*innen spielen zusammen. Um einen Buchstaben zu ermitteln, beginnt eine Person in Gedanken das Alphabet aufzusagen, bis eine andere Person “Stopp” sagt, z.B. beim Buchstaben H. Die 1. Person buchstabiert ein Wort mit dem Buchstaben „H“. Die nächste Person buchstabiert dann ein Wort mit dem Endbuchstaben des vorherigen Wortes mit „H“ (z.B. Haus – Saal – Liste – Erde-usw.). Dies kann paarweise oder in einer Gruppe geübt werden.

 

8.Grundlagen: Farben und Zahlen

Weitere Vokabeln: FARBEN, SCHWARZ, WEISS, GELB, ROT, BLAU, GRÜN, BRAUN

8.1. Grundlagen: Farben

Deutsch:

a) Sind ihre Augen blau?

b) Sind ihre Haare braun?

c) Ist ihr Bekleidungsstück rot?

 

DGS:

a) DEIN AUGE FARBE BLAU?

b) DEIN HAAR FARBE BRAUN?

c) DEIN KLEID ROT?

 

8.2. Zahlen

8.3. Rechnen mit Addition (+) und Subtraktion (-)

Weitere Vokabeln: PLUS, MINUS, WIE VIEL

Deutsch: Wie viel sind vier plus fünf?

DGS: VIER PLUS FÜNF WIEVIEL?

 

Übung:

4 + 5 =

8 – 20 =

20 – 10 =

8 + 12 =

7 + 8 =

5 + 9 – 2 =

 

9. Erweiterung des Dialogs

Dialogmuster:

A/B: begrüßen sich.

A: fragt B, wie es ihm geht

B: antwortet und fragt das Gleiche

A: antwortet und fragt B, ob er hörend ist

B: bestätigt oder verneint und sagt, dass er gehörlos/schwerhörig/spätertaubt ist

A: sagt „ach so“ und dass er hörend ist.

A/B: verabschieden sich.

 

10. Klassenzimmer

Weitere Vokabeln: KLASSENZIMMER, FRAU, MANN, JUNG, ALT

10.1. Welche Sprache wird unterrichtet?

weitere Vokabeln: DEUTSCH, DEUTSCHE GEBÄRDENSPRACHE (DGS), POLNISCH, SPANISCH, RUMÄNISCH, ENGLISCH, FRANZÖSISCH

Deutsch: Welche Sprache ist der Text „Je suis Stéphane“?

DGS: INDEX-„Je suis Stéphane“an der tafel SPRACHE  WAS?

 

Deutsch: Es ist französisch.

DGS:  INDEX-text FRANZÖSISCH.

 

10.2. Welche Rolle spielen die Personen im Klassenzimmer?

weitere Vokabeln: LEHRER, SCHÜLER

Deutsch: Wer eine Person an der Tafel ist

DGS: INDEX-Person (an der tafel) WER?

 

Deutsch: Wer sind die Personen?

DGS:  INDEX-personen (im halbkreis) WER?

 

10.3. Was machen die Lehrer und die Schüler?

weitere Vokabeln: UNTERRICHTEN, LERNEN

Deutsch: Unterrichten die Teilnehmer hier Gebärdensprache?

DGS:  IHR HIER GEBÄRDENSPRACHE UNTERRICHTEN (IHR)?

 

10.4. Wo lernen die Teilnehmer Gebärdensprache?

Weitere Vokabeln: HIER, UNIVERSITÄT, VOLKSHOCHSCHULE (VHS), GEHÖRLOSENSCHULE, GEBÄRDENSPRACHSCHULE, PRIVATUNTERRICHT, FAMILIE, ELTERN GEHÖRLOSENZENTRUM, CLUBHEIM, KINDERGARTEN INKLUSIV

Deutsch: Wo lernen die Teilnehmer Gebärdensprache?

DGS: IHR-alle GEBÄRDENSPRACHE LERNEN, WO?

 

Deutsch: Teilnehmer lernen hier Gebärdensprache.

DGS:  ICH HIER GEBÄRDENSPRACHE LERNEN

 

Weitere Fragen können variiert werden, z.B.:

Deutsch: Lernen die Teilnehmer Gebärdensprache in der Volkshochschule?

DGS: IHR-alle VOLKSHOCHSCHULE INDEX-dort D-G-S LERNEN (IHR)?

 

Teilnehmer antwortet, dass er nicht in der Volkshochschule DGS lernt, sondern im inklusiven Kindergarten.

DGS: NEIN, ICH INKLUSIV KINDERGARTEN INDEX-dort DGS LERNEN.

 

 

10.5. W-Fragen

Weitere Vokabeln:  WO?

Es wurde empirisch bewiesen, dass W-Fragen meistens an letzter Stelle des Satzes positioniert werden.

 

 

 

11. Erweitere Zahlen

Zuerst werden die Zahlen von 1-20 wiederholt werden und dann können die Zahlen bis 100 geübt werden.

11.1. verschiedene Übungen zum Umgang mit Zahlen

Frage nach Telefonnummer, Handynummer, Autonummer (Kennzeichen), Postleitzahl, …

Weitere Vokabeln: NUMMER, TELEFON, HANDY, AUTO, POSTLEITZAHL, HAMBURG, BERLIN, BREMEN, KASSEL, SCHWERIN, HANNOVER, DÜSSELDORF, MAINZ, SAARBRÜCKEN, DRESDEN, MAGDEBURG, KIEL, ERFURT, MÜNCHEN

a. Telefonnummer

Deutsch: Wie lautet deine Telefonnummer?

DGS: DEIN TELEFONNUMMER WAS?

 

040 882 051        (GLVHH)

040 21 12 11       (Hansa Taxi)

040 6 07 25 25    (Restaurant Zur Kastanie)

040 7 32 35 84    (Adria Restaurant)

040 24 19 30       (SENATOR Hotel)

0251 32 58 69     (DRAHTZAUNBAU MÜNSTER GMBH Zaun- u. Tortechnik)

089 3 60 87-0      (SCHÖN KLINIK)

 

Deutsch: Wie lautet deine Handynummer?

DGS:  EURE HANDYNUMMER WAS?

 

b. Postleitzahl

  • 22605 Hamburg
  • 10439 Berlin
  • 68782 Brühl
  • 63825 Sommerkahl
  • 28197 Bremen
  • 34117 Kassel
  • 19053 Schwerin
  • 30159 Hannover
  • 40210 Düsseldorf
  • 55116 Mainz
  • 66111 Saarbrücken
  • 01067 Dresden
  • 39104 Magdeburg
  • 24103 Kiel
  • 99084 Erfurt
  • 80331 München

Deutsch: Welche Postleitzahl ist in Hamburg?

DGS:  H-A-M-B-U-R-G POSS-er POSTLEITZAHL WAS?

 

12. Übung

Den Teilnehmern wird das folgende Arbeitsblatt ausgeteilt. Es sollen Name, Hörstatus, die erlernten Sprachen, der Ort, wo man die Sprache gelernt hat (z.B. Gebärdensprachschule, Volkshochschule usw.) und der Ort (z.B. Hamburg) eingetragen werden. Die gemachten Angaben müssen nicht der Wahrheit entsprechen, sie dienen lediglich der Grundlage zum Austausch.

 

13. Beschreibung der äußeren Erscheinung

Weitere Vokabeln: HAAR, GLATZE, OHRRING, BART, KAPPE, KURZHAAR, LANGHAAR, SCHNURRBART, LOCKE, GLATT, WELLEN, KRAUS, BLOND, ZÖPFE, SCHEITEL

Gesichtsbeschreibung (z.B.: auffällige Merkmale)

14. Einführung in den Gebärdennamen

Weitere Vokabeln: Guten Tag, ACH-SO, WARUM

Dialogmuster:

Person A begrüßt Person B und stellt sich mit ihrem Gebärdennamen vor.

Person B bittet Person A ihren Namen mittels Fingeralphabet zu buchstabieren.

Person A buchstabiert den Namen noch einmal langsam.

Person B reagiert und stellt sich mit ihrem Gebärdennamen vor und fragt Person A, ob sie das verstanden hat.

Person A bejaht und fragt Person B, warum sie diesen Gebärdennamen hat.

Person B antwortet kurz.

Person A reagiert.

 

Die Teilnehmer sollen sich nun eigene Gebärdennamen (für einander oder für sich selbst) ausdenken.

 

13. Reden über dritten Person

Im Folgenden sollen die Teilnehmer üben, über eine dritte Person zu sprechen.

Dialogmuster:

Person A fragt Person B, wer Person C ist.

Person B antwortet, wer Person C ist.

Person A fragt Person B, ob Person C gehörlos ist.

Person B verneint und sagt, dass Person C hörend ist.

Person A fragt, ob Person C auch Gebärdensprache lernt.

Person B verneint und antwortet, dass Person C Gebärdensprache unterrichtet.

Person A ist erstaunt und fragt, ob Person C gut in DGS unterrichtet.

Person B bejaht und antwortet, dass Person C gehörlose Eltern hat.

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16. Vokabeln

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70

80

90

100

Ach so

alt

Addition

anders

Antworten

Auge

Auto

Bart

Befehl

Befinden gut

Beispiel

Berlin

Beschreibung

besser

Bis bald

Bitte

Blau

blond

braun

Bremen

Clubheim

Danke

dein

Deutsch

Dialog

Dozent

Dresden

Du

Düsseldorf

Einigermaßen

Eltern

Englisch

Erkältung/erkältet

Euer

Erfurt

Familie

Farbe

Frau

Fingeralphabet

Frage/fragen

Französisch

Gebärdenname

Gebärdensprache

Gebärdensprachschule

gehörlos

Gehörlosenschule

Gehörlosenzentrum

gelb

Gesicht

glatt

Glatze

gleich

grün

gut

Guten Tag

Haar

Hallo

Hamburg

Handy

Handynummer

Hannover

hier

hören/hörend

Hörstatus

Husten

ich

ihr

inklusiv

interessant

Ja

jung

Kappe

Kassel

Kiel

Kindergarten

Klassenzimmer

Krank

kraus

kurz

lang

langsam

Lehrer

lernen

Locken

mein

Magdeburg

Mainz

Mann

Minus

Mimik

Mundbild

Mundgestik

Name

Nein

Nicht

nett

nochmal

Nummer

OK

Ort

Plus

Polnisch

Postleitzahl

privat

rot

Rumänisch

Saarbrücken

Schnupfen

Schnurrbart

schreiben

Schüler

schwarz

schwerhörig

Schwerin

Spanisch

spät ertaubt

Spiegel

Sprache

Subtraktion

taub

Telefon

Telefonnummer

Theorie

Tschüss

übel

Überraschung

Übung

Unterricht

verstehen

Volkshochschule

Warum?

Was?

weiß

Wer?

Wie immer

Wie viele?

Wieviel?

Wo?

Zahlen

Zweifel

 

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